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  Dr. Moshe Feldenkrais - Zitate

Moshe Feldenkrais - Zitate

Dieses Anfassen, Berühren, Bewegen, dieses Be-Greifen und Be-Handeln lebender menschlicher Körper ermöglicht es mir, die Erkenntnisse der großen Forscher und Autoren in die Praxis umzusetzen und dadurch etwas zu erreichen, wovon diese selbst keine Ahnung hatten, nämlich die unmittelbare Nutzanwendung ihres Wissens hier und jetzt, indem ich es in die nicht-verbale Sprache der Hände übertrage als Funktionale Integration und in die verbale, die Wort-Sprache, als Bewußtheit durch Bewegung.
(Feldenkrais, M.: Die Entdeckung des Selbstverständlichen. Suhrkamp 1987, S. 25)

Entwicklung betont das harmonische Zusammenwirken von Struktur, Funktion und Leistung. (...) Normale Entwicklung ist in der Regel harmonisch: die Teile wachsen, bilden sich aus, nehmen zu an Kraft, und zwar so, daß das Ganze wird jeweils zweckmäßig funktionieren können. So wie bei einem Kind, das sich harmonisch entwickelt und wächst, im Laufe dieses Vorgangs neue Funktionen in Erscheinung treten, so tauchen in jeder harmonischen Entwicklung neue Fähigkeiten auf.
(Feldenkrais, M.: Bewußtheit durch Bewegung. Suhrkamp 1978, S. 79)

Wir kommen nicht an der Tatsache vorbei, daß irgendein Erwachsener uns an der Hand nimmt, wenn wir unsere ersten Schritte tun. Und unsere Abhängigkeit von diesem Erwachsenen dauert länger und ist intensiver, als es bei jedem anderen Säugetier der Fall ist. Abhängigkeit ist die wichtigste Waffe oder das wichtigste Instrument des Erziehers. (...)
Bei den meisten Aktivitäten, die man uns beibringt, geht es vor allem darum, daß der Erwachsene sie für richtig hält. Man gibt uns nicht die Mittel an die Hand, mit denen wir selbst unser Ziel erreichen könnten, sondern bestraft und belohnt uns oder, was noch wichtiger ist, bringt uns soweit, daß wir uns schließlich selbst bestrafen oder belohnen.

(Feldenkrais, M.: Der Weg zum reifen Selbst (...). Junfermann 1994, S. 235)

Von den drei Faktoren, die bei der Entstehung des Bildes wirksam sind, das wir uns von uns machen, liegt einzig die Selbsterziehung einigermaßen in unserer Hand. Unser physisches Erbe wird uns zugeteilt; Erziehung wird uns aufgezwungen; und sogar die Selbsterziehung ist, in unseren ersten Jahren, nicht gar so selbst: sie wird bestimmt vom Kräfteverhältnis zwischen Erziehung und ererbter Eigenart, d.h. von der Beharrlichkeit und Strenge der erzieherischen Einflüsse einerseits und andererseits von ererbten Merkmalen und dem wirksamen Funktionieren des Nervensystems.
(Feldenkrais, M.: Bewußtheit durch Bewegung. Suhrkamp 1978, S. 20)

Die Reife selbst ist ein Prozeß, kein endgültiger Zustand. Sie ist ein Prozeß, durch den vergangene eigene Erfahrungen in ihre Bestandteile zerlegt und diese zu neuen Mustern zusammengesetzt werden, die den gegenwärtigen Umständen in der Umgebung und dem gegenwärtigen Körperzustand angemessen sind.
(Feldenkrais, M.: Das starke Selbst (...). Suhrkamp 1992, S. 14)

Heilung kann man solange nicht als Beweis für die Richtigkeit einer Theorie gelten lassen, bis jeder Fehlschlag völlig erklärt wird. Heilungen sind das Ergebnis dessen, was tatsächlich getan wurde, und das ist in der Regel so komplex, daß es Raum für alle möglichen Theorien läßt, von denen jede einzelne irgendein Element der Prozedur zum Schlüssel des Problems erklärt. (...) Jede psychotherapeutische Methode hat in der einen oder anderen Hinsicht Recht. Das ist so, weil die Probleme, die dabei eine Rolle spielen, sehr unterschiedliche Aspekte haben.
(Feldenkrais, M.: Der Weg zum reifen Selbst (...). Junfermann 1994, S. 20)

Prophylaxe und Therapie erweisen sich hier demnach als bloße Nebenerscheinungen funktions- und das bedeutet menschengerechten Umlernens. Und so, meine ich, sollte es auch sein; denn, zumal wenn Krankheit nur allzu oft fehlgesteuertes Lernen ist, so geht es um Lehren und Lernen und nicht um Krankheit und Heilung.
(Feldenkrais, M.: Die Entdeckung des Selbstverständlichen. Suhrkamp 1987, S. 221)

Meine fundamentale Behauptung ist, daß die Einheit des Körpers und des Geistes objektive Realität ist und, daß diese Entitäten nicht auf die eine oder andere Weise miteinander in Bezug stehen, sondern ein unteilbares Ganzes darstellen. Noch deutlicher gesagt: ich behaupte, daß ein Gehirn ohne motorische Funktionen nicht denken kann.
(Feldenkrais, M.: Die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit. München/ Bad Salzuflen: Bibliothek der Feldenkrais-Gilde e.V., Nr.3, 1990, S. 2)

Wir handeln dem Bild nach, das wir von uns machen. Ich esse, gehe, spreche, denke, beobachte, liebe nach der Art, wie ich mich empfinde. Dieses Ich-Bild, das einer sich von sich macht, ist teils ererbt, teils anerzogen; zu einem dritten Teil kommt es durch Selbsterziehung zustande.
(Feldenkrais, M.: Bewußtheit durch Bewegung. Suhrkamp 1978, S. 19)

Das Kind übt nicht in dem Sinn, in dem das ein Erwachsener tut, der eine Handlung wiederholt, um sie sich einzuprägen oder um sie zu verbessern. Die Aufmerksamkeit des Kindes wird gesteuert von seiner Neugier, die allen Lebewesen angeboren ist. Kleine Kinder wiederholen vielmehr um des Vergnügens willen, das eine Handlung ihnen bereitet, und um ihrer Neuheit willen, tun also um des Tuns willen und nicht, um es zu verbessern oder gar auf sonst ein Ziel hin: - Aufmerksamkeit ohne Absicht.
(Feldenkrais, M.: Abenteuer im Dschungel des Gehirns (...). Suhrkamp 1981, S. 44)

Man kann lernen, sich anders zu bewegen, anders zu gehen, anders zu stehen; aber viele haben das aufgegeben, weil sie meinen, es sei jetzt zu spät, ihr Entwicklungsprozeß sei abgeschlossen, sie könnten nichts Neues mehr erlernen, sie hätten keine Zeit oder es fehlte ihnen die nötige Fähigkeit.
(Feldenkrais, M.: Die Entdeckung des Selbstverständlichen. Suhrkamp 1987, S. 175)

Das Gewohnte bildet den automatischen Hintergrund unseres Systems; Fortschritt ist der Vordergrund unserer Bewußtheit. Das sind zwei grundverschiedene Dimensionen. Das eine ist eine atavistische Empfindung; das andere ein erlerntes Wissen, das es uns erst ermöglicht, frei zu wählen. Und das ist das vornehmliche Merkmal des homo sapiens.
(Feldenkrais, M.: Abenteuer im Dschungel des Gehirns (...). Suhrkamp 1981, S. 59)

Bewußtheit ist die heute höchstmögliche Stufe menschlicher Entwicklung. Wo sie vollständig ist, übt sie harmonische 'Herrschaft' über die Tätigkeit des Körpers aus. Intensität, Umfang und Ausdauer seiner Leidenschaften, seiner Fähigkeiten und seiner Vitalität machen die Stärke des Einzelnen aus; unterdrückt man eine, so wird seine gesamte Leistungsfähigkeit, sein Potential herabgemindert. Es ist daher besser, Bewußtheit zu entwickeln, als instinktive, primäre Triebe zu unterdrücken. Der Vorgang entspricht einem Erziehungsprozeß.
(Feldenkrais, M.: Bewußtheit durch Bewegung. Suhrkamp 1978, S. 237f)

Viele wissen, was sie nicht wollen; einige, was sie möchten; die wenigsten, wie dies auch zu erreichen wäre. Bewußtheit kann die Verwirrung lösen: in ihr scheint einem auf, was vonnöten ist und der Weg dahin. Damit setzt sie die schöpferischen Kräfte frei.
(Feldenkrais, M.: Bewußtheit durch Bewegung. Suhrkamp 1978, S. 238)